Weserkurier 4.11.2004

Kenterübungen im Hallenbad

Sicherheit in Kanu und Kajak steht bei den Bremer Kanu-Wanderern an erster Stelle

von unserem Redakteur Klaus-Peter Berg

Peter Heil zeigt schon mal, wie es richtig gemacht wird: Rein ins Boot, einfach mal kentern. Kopf unten, Boot oben - und sich dann gekonnt in die normale, stabile Lage drehen.'Fertig. Die acht Lehrgangsteilnehmer sind beeindruckt.
Sie wollen bei den Bremer Kanu-Wanderern lernen, wie man sich sicher in einemKa jak oder einem Kanu bewegt. Natürlich nicht im rauen Gebirgsbach, sondern in vergleichsweise ruhigem Fahrwasser: im Uni-Bad.
Hier, im Kinderschwimmbecken, wird geprobt - damit auch wirklich nichts schief geht. Es sind sozusagen die Eskimos mit ihren Kanus und dem Doppelpaddel unterwegs. „Kanu oder Canadier", so erläutert Angelika Heil, das kommt vom Fahrstil der Indianer und Eskimos. Mal mit zwei, mal mit einem Paddel."
Da wird von den drei Ubungsleitem erklärt und erläutert, wie man ins Boot kommt, wie man aussteigt. Einfach das Doppelpaddel halb aufs Boot und halb aufs Ufer (hier Beckenrand) legen, sich draufsetzten und ein- oder aussteigen. So einfach geht das. Niemand muss mehr Angst haben, wenn es im Ernstfall bei der nächsten Bootstour wirklich mal schief gehen sollte.
„lch empfehle eigentlich jedem, der sich in ein Boot setzt, einen solchen Kursus zu machen ", sagt Angelika Heil. „Sicher ist doch sicher. Denn im Ernstfall muss mam doch wissen, wie man sich zu verhalten hat.“
Das gilt für die Bremer Kanu-Wanderer eigentlich ganz besonders. Denn ihr Revier ist die Weser, die schon mal recht raues Wasser fuhren kann. An Ochtum und Wümme ist es etwas einfacher, weil Wellengang und Fließgeschwindigkeit bei weitem nicht so groß sind. Aber auch diese Wasserläufe sind nicht zu unterschätzen. Nun, die Bremer Kanu-Wanderer sind einer von vielen Wassersport-Vereinen in Bremen, angesiedelt auf dem Peterswerder. Und sie haben sich dem Paddeln als Breitensport angenommen. In jedem Jahr finden zahlreiche Kurse für Neueinsteiger statt. Und vor allem geht es, wie es der Vereinsname verheißt, ständig auf Wandertour. Ob allein, mit Freunden, mit der Familie. Und das zu allen Jahreszeiten. Die rund 200 Mitglieder des Vereins wollen beschäftigt sein.
Wie m vielen andere Sportarten gilt auch hier: Es fehlt die Jugend. „Viele wollen sich nicht mehr so recht quälen', glaubt Angelika Heil. Aber: „Es fehlt den Vereinen auch an Ubungsleitern, mit denen die Vereinsarbeit eben steht - oder leider auch fällt.“

Der Wassersport wird jedoch, davon sind alle überzeugt, immer eine große Rolle in Bremen umd umzu spielen. Kein Wunder. Denn Wasser umd Wasserläufe gibt es ja zur Genüge. Und für alle Fälle ist ja auch noch das Uni-Bad da.

Unibad Einsteigerkurs

Die Lehrgangsteilnehmer lernen im warmen Wasser des Uni-Bades das Boot im wahrsten Sinne Wortes von allen Seiten kennen.


Foto: Petra Stubbe

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