Weserkurier, 21.4.2005

Kajaks und Canadier wieder in ihrem Element

Bremer Kanuwanderer eröffen mit traditionellem Anpaddeln auf der Weser die Saison

Anpaddeln

Anpaddeln im Zehner-Canadier: Die Mitglieder der Bremer Kanuwanderer absolvieren ihre
traditionelle Saisoneröffnungsfahrt auf der Weser bei ausgezeichneten äußeren Bedingungen 
Foto: Siegmund Schneider

Von unserem Mitarbeiter Jan Berg

BREMEN. Es hätte nicht besser kommen können: Pünktlich zum Einlassen der Boote klarte der Himmel auf, so dass das traditio nelle Anpaddeln der Bremer Kanuwanderer unter besten äußeren Bedingungen stattfand. Ins Wasser gefallen wäre die Veranstaltung ohnehin auf keinen Fall. "Hätte es geregnet, wären trotzdem fast alle dabei gewesen, immerhin haben wir schon mal bei Schneetreiben gepaddelt", erzählt Sigmund Schneider.

Etwa 40 Kanuten zog es auf die Weser. Vom Anleger der Kanuwanderer nahe dem Weserstadion ging es bis zur Wilhelm-Kaisen-Brücke und zurück über eine Strecke von immerhin sechs Kilometern. Der rauhe Wind störte weder die gestandenen Kajak-Fahrer noch die Besatzung des Zehner-Canadiers. Deren Crew musste aufpassen, den anderen, die vornehmlich in Einer- oder Zweier-Kajaks unterwegs waren, nicht davon zu fahren, es ging schließlich nicht um Schnelligkeit. "Das Gemeinschaftsgefühl ist das wichtigste", waren sich alle einig.

Als einziger Verein in Bremen bieten die Kanuwanderer auch Einsteiger-Kurse für den Canadier, einem Bootstyp, „der vor allem Anfängern zu empfehlen ist", erklärte Hans-Ulrich Otte, bei den Kanuwanderern zuständig für den Sportbetrieb. Neben Anfänger- und Fortgeschrittenenkursen werden zusätzlich Sicherheitslehrgänge im Stadionbad angeboten. Dort lernen die Teilnehmer das korrekte Verhalten in Gefahrensituationen. "Damit die Angst weg ist, bevor die Leute das erste Mal in ein Kanu einsteigen", so Otte.

Die Ausflüge der Kanuwanderer bleiben keinesfalls auf die Weser beschränkt. „Einige von uns zieht es auch an die mecklenburgischen Seen oder an die Nordsee", erklärt der Steuermann des Zehner-Canadiers. Die Kooperation zwischen den Kanuvereinen ist groß. Jedem, der auf seiner Tour am Anleger an der Weser vorbeikommt, wird ein Bootstellplatz angeboten sowie ein Platz zum Zelten.

Erst kürzlich wurden die Unterstellmöglichkeiten erweitert und das Vereinshaus modernisiert. „Für neue Mitglieder und Paddler, die Platz für ihre Boote suchen", verweist der zweite Vorsitzende, Werner Diercks, auf den Anbau.

Da das Kanufahren ein Sport ist, der einen nahen Kontakt zur Natur bietet, versuchen auch die Kanuwanderer, ihren eigenen ökologischen Beitrag zu leisten. Wenn die Kanuten während der Frühjahrszeit Ausflüge zu den umliegenden Flüssen machen, wird besonders auf das Laichverhalten der Fische geachtet. Um die Wasserbewohner nicht zu beeinträchtigen, fahren die Kanuten dann lediglich in kleinen Gruppen. Als oberstes Gebot gilt es zudem, keine Abfälle an den Ufern zu hinterlassen. An ihrem Vereins eim trugen die Mitglieder zudem einen Zaun aus Hölzern zusammen - als Lebensraum für Tiere.

Wer die Bremer Kanuwanderer besuchen möchte, ist immer willkommen. Eine gute Gelegenheit bietet sich nicht erst im nächs-ten Jahr, wenn der Verein sein 75jähriges Bestehen feiert, sondern bereits am 2. Juli. Dann findet ein "Tag der offenen Tür" als Familiennachmittag statt.

>weitere Informationen auf der Internetseite www.bremer-kanu-wanderer.de

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