Unterelbe 2015

Auf der Unterelbe vom 3. bis 5.Juli 2015

Es wird zu heiß sein! Es wird Gewitter mit Starkregen und Hagel geben! Wir sitzen im von der Hitze stickigen Clubraum des RdE (Ring der Einzelpaddler) in Hamburg Blankenese und diskutieren unsere Tour mit den RdE-lern um Conny. Nein, sagt sie, wir fahren. Es soll heiß sein, aber gewittern wird es erst am Sonntagabend. Nach dem erneuten Vergleich etlicher Wettervorhersagen beruhigen wir uns wieder und unser Plan bleibt: wir fahren nach Lühesand, übernachten auf dem Zeltplatz des RdE und fahren von dort am Samstag nach Pagensand und zurück nach Lühesand.

Also werden die Boote gepackt und um 19 Uhr sind wir auf der Elbe und fahren bei letzter Sonne und glatten spiegelndem Wasser los. Wie herrlich, der Landhitze zu entkommen! Große Containerschiffe gleiten an uns vorbei, wir sind beeindruckt wie viel größer die Schiffe hier sind. Am Ufer sind die schönen Paläste von Blankenese, dann Industrieanlagen, dann Ausflugslokale, Schulau, die Elbe ist breit hier, dies war lange Kerstens, unseres Wanderwartes, Heimat-Paddelrevier.

Nach knapp 2 Stunden landen wir auf Lühesand, ziehen die Boote aus dem Wasser und bauen auf dem wunderbar schattigen Platz unsere Zelte auf. Nach einem Bad in der Elbe sitzen wir mit unserem Abendbrot an der Rampe und die Aida fährt wie ein Hochhaus langsam sehr dicht an uns vorbei.

Am nächsten Tag, Samstag, sagt die Wettervorhersage Sonne und 36 Grad voraus. Es ist schon jetzt heiß. Schnell in die Boote und die Mützen nass gemacht! Wir fahren die Elbe herunter und biegen in die idyllische Haseldorfer Binnenelbe ein, fahren bis zur Pinnau, dann ein Stückchen gegen den Strom an der Südspitze von Pagensand herum und weiter elbabwärts bis Pagensand zur Raststelle A. Dort ziehen wir die Boote an Land und krabbeln alle schnell unter die schönen Weidenbäume in den Schatten.

Detlevs Armbanduhr misst 36,5 Grad am Handgelenk, 31 Grad im Sand und 30 Grad auf 1 Meter Höhe im Baum hängend. Im Schatten ist es gut auszuhalten, wir träumen, quatschen, essen und trinken bis die Tide in die andere Richtung fließt. Nun können wir die Boote einfach ins Wasser schieben und wir sind froh wieder im kühleren Element zu sein. Während der Rückfahrt elbaufwärts nach Lühesand passieren uns eindrucksvoll große Pötte und ein schnelles Sportboot schenkt uns eine hübsche Welle.

Es ist viel Verkehr am Samstagnachmittag auf der Elbe und immer etwas zu gucken. An der Anlegestelle Lühesand angekommen und nach Abkühlungen beim Schwimmen, Duschen und Eisessen, wollen wir grillen. Ein schönes Feuer der anderen Zeltplatz-Bewohner dürfen wir mitbenutzen, aber es fängt an zu regnen und in der Ferne gewittert es auch. Wir essen nasse Würstchen und nassen Salat. Es schmeckt trotzdem. Ab 22 Uhr werden wir von lauten Discoklängen aus der Idylle gerissen, die Party auf dem Festland dauert die ganze Nacht und schlafen ist nur mit guten Ohrenstöpseln möglich.

Etwas müde frühstücken wir unter Marcs Tarp. Es regnet ein wenig, dann kommt die Sonne wieder hervor und Kersten nimmt uns mit auf einen Rundgang durch den betretbaren Teil von Lühesand. Schön und wild ist es hier und heiß! Mittags, nach Niedrigwasser, manövrieren wir die beladenen Boote ins Wasser, die Wellen der vorbeifahrenden Schiffe machen dies anspruchsvoll. Recht schnell nach knapp zwei Stunden sind wir zurück beim RdE in Blankenese und freuen uns über die exzellenten Bootswagen und die Duschen. Auf der Rückfahrt im Auto erleben wir dann das Gewitter. Wir hatten ein wunderschönes Wochenende und wir waren sicherlich nicht das letzte Mal auf der Elbe.

Vielen Dank an Kersten für die tolle Tour und an Conny und den RdE für die herzliche Gastfreundschaft!

Sabine Schröter


Tourstart in Blankenese
Wir paddeln in den Abend
Grosse Schiffe auf der Elbe
Im Abendlicht
Ankunft auf Lühesand
Wir fahren doch kein Rennen!
Pause
Bei 36 Grad
Auf der Binnenelbe
Unterwegs auf der Unterelbe

Fots: Sabine Schröter, Svend Linder und Detlev Kalter