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Auf Gepäckrundfahrt im nördlichen Landkreis Cloppenburg

Fehnlandschaft im Herbst

Start

Teilnehmer: Marc, Kersten, Martin und Renate.
Wir starten südlich von Sedelsberg am Küstenkanal. Wir fahren die Sagter Ems und das Barßeler Tief bis zum Ruderverein nach Barßel. Am nächsten Tag zurück über den Elisabethfehnkanal zum Ausgangspunkt.
Als wir in die Sagter Ems einfahren, denke ich: „das kann ja heiter werden, 32 km in diesem Graben hier zu fahren“. Ich kann nicht übers Land schauen und das Wasser ist moorbraun. Zum Glück ist das Ufer viel mit Bäumen bepflanzt, die heute alle bunt sind, so gibt es doch viel zu sehen, es regnet nicht und wir haben 14° C, also gar nicht schlecht. Nach ein paar Kilometer ändert sich die Landschaft, es wird weiter, der Wasserspiegel steigt, man kann weit schauen, der Fluß schlängelt sich und wird immer abwechslungsreicher. Wir bekommen mehr Strömung, es macht nun Spaß, hier zu sein, zumal wir außer einigen Tieren niemanden begegnen. Zwei Eisvögel fliegen vor uns, einige Graureiher und zwei Störche sind zu sehen. Eine nette Bekanntschaft machen wir mit einem Reh, das vor uns über den Fluß schwimmt. Wir biegen ins Barßeler Tief ein und können mit der Strömung fahren. Marc hat die Fahrzeit mit den Tiden gut ausgeklügelt, zur richtigen Zeit Pause gemacht, sodass wir beste Fahrbedingungen haben . Im Barßeler Tief, wo die Landschaft am interessantesten ist, kommt die Sonne heraus und der Himmel ist mit kleinen Wölkchen übersät. Gut gelaunt kommen wir im Ruderverein Barßel an. Ein super Ort zum Übernachten! : Große, komplett ausgestattete Küche, Duschräume und viel Platz, um sich ein Nachtlager herzurichten, außerdem sind die Leute sehr freundlich. Wir schauen uns in Barßel um: Der Ort ist ziemlich hässlich, in der Innenstadt hat man nichts verpasst. Der Hafen dagegen liegt idyllisch und man kann von einem Turm noch mal ein Stück unserer Paddelstrecke sehen. Im Barßeler Steakhouse, wo es auch anderes zu essen gibt (was übrigens alles sehr gut schmeckt), stellen wir fest, dass es eine klasse Tour ist und wir vier eine ganz passende Truppe sind. Am Sonntag freue ich mich schon, das Barßeler Tief wieder zurück zu fahren.
Als wir in den Elisabethfehnkanal einsetzen, ist die glatte Wasserfläche überzogen mit golden schimmernden Eichenblätter, etwas später spiegeln sich die bunten Bäume im Wasser. Außer einigen Vögeln und uns, ist niemand da, es ist ganz still. Wir passieren einige der berühmten Fehnbrücken und müssen 4x an einer Schleuse umtragen. Die Umtragestellen sind angenehm, an den ersten Beiden sind Stege. Die letzten 8,5 km müssen wir den Küstenkanal entlang fahren, um unsere Runde zu beenden. Der Kanal ist recht laut, da direkt daneben eine Straße entlang führt. Die gerade breite Wasserstraße ist langweilig, aber wiederum sind die bunten Laubbäume die Rettung, wo man den Blick und die Gedanken schweifen lassen kann. Ich bin mittlerweile ziemlich kaputt und hänge etwas hinterher. Die drei Männer lassen mich voraus fahren, so geht es bald wieder besser und wir kommen irgendwann am Ziel an.
Fazit:
Es gibt Landschaften, die spektakulärer sind. Aber es ist eine gute Möglichkeit im Herbst noch mal eine Gepäckfahrt zu machen und zwei Tage richtig draußen zu sein. Man begegnet so gut wie keinen Motorbooten mehr und wenn man Glück hat mit der Laubfärbung, ist es einfach wunderbar, ununterbrochen mit bunten Farben umhüllt zu sein. Ich fahre bei Gelegenheit gerne wieder mit.
1. Tag: Küstenkanal über Sagter Ems nach Barßel: 32 km, 4 1⁄2 h reine Fahrtzeit
2. Tag: Barßel – Küstenkanal über Elisabethfehnkanal: 32 km, 5 1⁄2 - 6 h inkl, 4x Umtragen.
Die Umtragestellen sind einfach, ein Bootswagen ist sehr zu empfehlen.
Günstige Pausenstelle am 1. Tag: nach 18 km: Strücklingen (Paddel und Pedalstation)
Wasserkarte: Jübermann Verlag, Blatt 58

Renate Bucher

Fehnbrücke

Barßeler Tief

Marti, Renate und Kersten

umtragen

 

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