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Eine Wintertour im Teufelsmoor

Kakao, Kuchen, Kälte

Start in WaakhausenZum ersten Mal auf der Hamme. Bisher erschien mir dieser Fluß doch ein wenig langweilig, aber als unser Wanderwart Kersten Mölck zur Wintertour auf der Hamme einlud, wollte ich doch mit. Um es gleich vorweg zu sagen, es hat sich gelohnt.

Wir trafen uns um 10.30 am Bootshaus, um von hier aus nach Waakhausen zu fahren und dort die Boote einzusetzen. Wir waren nur eine kleine Gruppe mit fünf Leuten. Die Fahrt sollte von Waakhausen bis zur Schleuse "Teufelsmoor" führen. Das ist eine Strecken von ca. 8 km. Dort wollten wir eine Pause machen und anschließend nach Waakhausen zurückpaddeln. Waakhausen ist ein ehemaliger DKV-Zeltplatz, der jetzt privat geführt wird und DKV-Station ist. Man kann hier in einem Mini-Hafen sein Boot einsetzen. Wer auf dem Parkplatz stehen bleiben will, sollte sich beim Campingplatz-Betreiber anmelden. Beim Start begegnen wir einer anderen Gruppe von Paddlern, die grade angekommen sind und hier Ihre Fahrt beenden. Nach dem Einsetzen der Boote ging es in die Semkenfahrt. Dieser kleine Kanal diente früher der Torfschiffahrt und ist am Verlanden. Bei Niedrigwasser hat man leider nur noch sehr wenig Wasser unter dem Kiel, wie wir bei der Rückfahrt noch feststellen sollten. Der Kanal ist zunächst eher langweilg, ändert aber seinen Charakter, je näher man an die Hamme kommt. Bei der Ausfahrt aus der Semkenfahrt in die Hamme ist man zunächst überrascht, wie breit hier die Hamme ist. Wir biegen nach rechts in die Hamme ein und unterqueren hier die alte Eisenbahnbrücke. Wir paddeln flussauf, was wegen der geringen Strömung kein Problem ist. Kurz darauf mündet auf der linken Seite die Beek ein. Leider gibt es auch hier ein Befahrensverbot bis in den Mai. Nach einiger Zeit kommt "Neuhelgoland" in Sicht. Hier gibt es ein Ausflugslokal, einen Campingplatz und die Hubbrücke über die Hamme. Die Hamme wurde früher für die Torfschiffahrt genutzt und ist hier kanalartig ausgebaut. Bis Neuhelgoland fährt heute noch ein Ausflugsschiff. Im Sommer gibt es hier erheblichen Sportbootverkehr, aber jetzt im Winter haben wir den Fluß für uns allein und genießen die Stille. Unsere Fahrt geht weiter, rechts ist jetzt der Campingplatz mit dem kleinen Strand, gleich dahinter liegt der erstaunlich große Hafen des Wasser- und Schiffahrtamtes. Im weiteren Verlauf ist die Hamme etwas eintönig. Das ändert sich wieder, als wir uns der Straßenbrücke Osterholz-Scharmbeck-Worpswede nähern. Hinter der Straßenbrücke liegt links das Gasthaus "Schamaika". Dieses Gasthaus ist ein Betrieb, in dem Behinderte arbeiten. Man kann hier auch zelten oder ein Ferienhaus mieten. Im Sommer ist die Terasse geöffnet und man kann direkt am Wasser sitzen. Am Anleger haben im Sommer ein Paar Torfkähne ihren Liegeplatz, mit denen man auch Touren unternehmen kann. Wir paddeln noch 100 Meter weiter bis zur Schleuse "Teufelsmoor" und suchen uns einen Ausstieg. Die Ausstiegsstelle ist jetzt leider sehr verschlammt und wir haben ordentlich Matsch an den Füßen. Jetzt ist es Zeit für ein kleines Picknik. Wir holen unsere Thermoskannen heraus und verzehren unseren Proviant. Es ist jetzt doch etwas kühl geworden und so beschließen wir, noch zum Schamaika zu gehen. Das Schamaika hat geöffnet und wir bestellen uns alle heiße Schokolade. Die Torte, die die Anderen sich genehmigen muss ich mir Angesichts meiner überflüssigen Pfunde verkneifen. Sieht aber sehr lecker aus und meinen Mitpaddlern scheint es zu schmecken. Die Tassen und die Portionen sind riesig! Wir müssen jetzt aber zurück, zahlen und verabschieden uns. Als wir wieder in die Boote klettern wollen, bemerken wir, dass der Wasserstand gefallen ist. Kann das noch der Tidenhub sein, obwohl die Schleuse in Ritterhude zwischen hier und der Lesum liegt? Auf der Rückfahrt kommen wir langsam in die Dämmerung. Jetzt bekommt der Fluß eine Stille und eine Stimmung, wie man sie wohl nur im Winter erleben kann. Aber hier sprechen die Bilder für sich. Bei der Einfahrt in die Semkenfahrt stellt sich heraus, dass das Wasser knapp geworden ist. Die Paddelei ist jetzt eine etwas zähe Angelegenheit und zum Schluss muss ich mit dem Paddel durch den den Schlamm staken. Weniger Wasser dürfte es nicht sein.

Bleibt noch zu erwähnen, dass das Wetter traumhaft war mit viel Sonne, wenig Wind und kalt war es nur, wenn man nicht paddelte.

Für eine kleine Wintertour ist diese Strecke genau richtig und sei hiermit zur Nachahmung empfohlen.

mehr Informationen zum Teufelsmoor gibt es z.B. hier http://www.kulturland-teufelsmoor.de

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Einmuendung der Beek

Einmündung der Beek

Neuhelgoland

Neuhelgoland, rechts das gleichnamige Restaurant

hier sieht die Hamme noch nach Kanal aus

kurz vor der Straßenbrücke

Schamaika-Bruecke

Das Schamaika kommt in Sicht

da hinten ist die Schleuse

Schleuse

die Schleuse Teufelsmoor

es beginnt zu dämmern

Begegnungen

Campingplatz Neuhelgoland, die Anlegestelle

 

Abendstimmung auf der Hamme