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Harriersand mal anders

Seekajak-Kurs vom 5. bis 7. Juli 2013 (Aufbaukurs)

Freitagnachmittag begann der Kurs auf dem Zeltplatz auf der schönen Weserinsel Harriersand. Das Wetter hatte es gut mit uns gemeint, die Sonne kam zwischen den Wolken hervor und es wurde sehr warm.
Zuerst hieß es, die Autos auszuladen und Zelte, Lebensmittel und Boote zu unserer Wiese auf dem Zeltplatz zu bringen. Zum Glück gab es Schubkarren und Marc und Ralf hatten im Vorfeld darauf hingewiesen, dass Bootswagen sehr hilfreich wären, und so war alles schnell erledigt. Nachdem die Zelte standen, trafen wir uns zu einer gemeinsamen Vorstellungsrunde. Wir waren zwei externe Teilnehmer, fünf Mitglieder vom BKW sowie Ralf und Marc als Kursleiter.
Nach einer langen Arbeitswoche war die Theorie am Freitagabend ganz schön anstrengend. Rote, grüne, gelb-schwarze Tonnen, Steuerbord, Backbord, Blinklichter, Vorfahrtsregeln, wer sollte sich das alles merken? Geduldig und mit ausreichend Zeit wurden alle Fragen von Marc und Ralf kompetent beantwortet, so dass doch einiges bei uns hängen blieb.
Dann sollten alle einen Kentersack packen. Wir gingen zu unseren Zelten und packten in unsere wasserdichten Säcke, was wir für richtig hielten und üblicherweise beim Paddeln mitnehmen. Bei einer gegenseitigen Vorstellung der Inhalte wurde diskutiert und schnell deutlich, was sinnvoll ist und was fehlte. An Hand verschiedener Beispiele möglicher Situationen lernten wir, was in einen Kentersack gehört. Und wer hätte gedacht, dass dieser am nächsten Tag gleich benötigt wurde ...
Nach der Theorie wurde es nun ganz praktisch und wir übten den richtigen Umgang mit dem Wurfsack. Eine Schubkarre diente als Ziel mit viel Spaß und dem nötigen Ernst waren wir alle ziemlich zielsicher.
Soviel Theorie und Praxis am Abend machte natürlich hungrig und schnell wurde der Grill angezündet. Nachdem wir lecker gegessen hatten - die Sonne war inzwischen untergangen - lernten wir am Strand die vielen unterschiedlichen Lichter an der Weser verstehen. Nach einem langen Tag krochen wir zufrieden in unsere Schlafsäcke, denn früh sollte es am nächsten Morgen weitergehen. Am freien Wochenende fühlt sich 8 Uhr wie mitten in der Nacht an.

Vor dem Frühstück am Samstag gab es eine Einführung zur richtigen Sitz- und Paddelhaltung. Schließlich soll ja das Paddeln die Gesundheit und Fitness fördern und nicht das Kreuz und die Gelenke belasten. Bei den Trockenübungen gab es doch die eine oder andere Korrektur, und auch die verschiedenen Paddelschläge wurden gezeigt.
Nach dem Frühstück ging es dann endlich aufs Wasser. Der Vormittag verflog im Nu. Beim praktischen Üben der unterschiedlichen Paddelschläge merkten wir nicht, wie schnell die Zeit verging. Effektiver Grundschlag sowie Bogen- und Ziehschläge mit ordentlichem Ankanten des Seekajaks standen auf dem Programm ... und nach allzu übermütigem Ankanten musste Ulrich feststellen, dass auch die sog. Endstabilität eines "Aquanauts" nicht unendlich ist und dass das Weserwasser im Gegensatz zum Wetter noch ziemlich frisch war. Dank Martins gekonnter Hilfe zum Wiedereinstieg ins Boot und prima Kentersack war das Ganze aber kein Problem.

In der Mittagssonne konnten wir unsere Pause am Weserstrand von Harriersand genießen. Es ist doch wirklich ein schönes Fleckchen Erde so nah vor der Haustür! Am Nachmittag ging es dann (jetzt für alle) systematisch um die Rettung und den Wiedereinstieg. Was tun, wenn jemand kentert und das Kajak voller Wasser ist? Wie bekommt man das Wasser aus dem Boot und wie kann man auf dem Wasser wieder einsteigen? Nach einer theoretischen Einführung am Strand wurde es dann ernst. In Zweiergruppen retteten wir uns. Unsere Übungsleiter hatten sogar daran gedacht, die Wasserschutzpolizei vorzuwarnen. Schnell hätte ja ein Strandbesucher unsere Übungen falsch interpretieren können und womöglich die Wasserschutzpolizei zur Rettung informiert. Es klappte alles prima – verblüffend, wie einfach das ist! Man muss nur vorher wissen, wie es geht und es immer mal wieder üben. So kamen wir Retter und Geretteten zufrieden und hungrig wieder zurück zum Zeltplatz, auf dem sich inzwischen wegen des tollen Wochenendwetters eine beträchtliche Verdichtung von Campern, Zelten, Fahrrädern, Klappbänken und Grills vollzogen hatte. Gemeinsam wurde das Abendessen zubereitet. Dank Ralfs Kochkünsten und seiner Gewürzauswahl wurden die Nudeln mit Gemüsesoße zu einem kulinarischen Rausch. Während das Essen auf dem Kocher köchelte, besprachen wir den Ablauf des nächsten Tages. Auf Grund der Tiede mussten wir früh, sehr früh hoch. Spätestens um 7: 30 Uhr sollten alle Boote auf dem Wasser sein. Frühstück war dann unterwegs am Fähranleger von Sandstedt geplant, und danach wollten wir mit den Seekajaks Harriersand umrunden.
Nach einem schönen gemeinsamen Abend ging es dann in die Zelte.

Nächsten Morgen waren wir alle um 7:15 Uhr auf dem Wasser. Es war ein schöner Sommermorgen und wir genossen die Fahrt in einen neuen Tag. Als wir in Sandstedt anlandeten, wussten wir auch, warum es so wichtig war, pünktlich auf dem Wasser zu sein. Der Schlick war furchtbar: Beim Aussteigen versanken wir unverzüglich knöcheltief darin und kamen kaum noch vorwärts, ein wirklich ekeliges Zeug! Wären wir später gestartet und gänzlich bei Ebbe dort angekommen, wäre die Schlammschlacht noch wesentlich heftiger geworden.
Nach einem ausgiebigen Frühstück am sonnigen Strand ging es dann wieder in die Boote und wir starteten unsere Tour in Richtung Rechter Nebenarm der Weser und rund um Harriersand. Durch unterschiedliche Fahrübungen vertieften wir die Anwendung der gestern geübten Schläge und verbesserten unsere Paddeltechnik. Für unsere Mittagspause suchten wir einen Platz in der Nähe einer Gastwirtschaft bei Oberhammelwarden auf. Paddeln macht hungrig und so gingen einige von uns zum Mittagessen und die anderen blieben bei den Booten, picknickten dort und nahmen das eine oder andere (jetzt freiwillige) Bad in der Weser.
Am Nachmittag war ganz schön viel los auf der Weser. Es war halt schönstes Wetter und so nutzten auch viele andere den sonnigen Tag für einen Ausflug auf der Weser. Was für ein Gewimmel auf dem Wasser! Jetzt wussten wir jedoch, wie der Verkehr auf dem Wasser funktioniert und wir konnten sicher die Weser queren.
Die letzten Übungen am Nachmittag ließen wir ausfallen, und zufrieden und etwas müde kamen wir am Zeltplatz an. Schnell waren die Sachen zusammengepackt, die Zelte abgebaut und alles in den Auto verstaut.
Es war ein schönes, lehrreiches Wochenende und ein gut durchdachter Kurs. Unser Dank geht an Marc und Ralf für die gute Vorbereitung und Organisation! Wir waren eine nette Männertruppe und es hat allen viel Spaß gemacht. So etwas kann es gerne wiedergeben – zur Teilnahme empfohlen!!!

Claus und Ulrich

Fotos: Marc Krüger, Martin Schoneberg

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